<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?>
<rss version="2.0" xml:base="http://old.blankmagazin.at" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/">
<channel>
 <title>mediennutzung</title>
 <link>http://old.blankmagazin.at/taxonomy/term/149</link>
 <description>The taxonomy view with a depth of 0.</description>
 <language>de</language>
<item>
 <title>Das große Stillschweigen</title>
 <link>http://old.blankmagazin.at/geschichten/das_grosse_stillschweigen</link>
 <description>&lt;p&gt;Die Anfahrtsskizze liefert hilfreiche Anhaltspunkte: Vorbei an &lt;a href=&quot;http://www.mcdonalds.at/&quot; title=&quot;McDonald&#039;s im Internet&quot;&gt;McDonald‘s&lt;/a&gt;, gegenüber der Diskothek &lt;a href=&quot;http://www.bollwerk.at/&quot; title=&quot;Website der Discothel Bollwerk&quot;&gt;Bollwerk&lt;/a&gt; nach links den Berg hinauf. &lt;!--break--&gt;
Nach einer kurvenreichen, engen Straße und einem abschließenden Fußmarsch ist man oben. Oben – das heißt weit entfernt von Fast Food und Discosound. Oben – wo neun Frauen ein zurückgezogenes Leben hinter Klostermauern führen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Pfortenschwester Josefa empfängt Besucher des Klosters und leitet sie in das Besprechungszimmer. Der Raum bildet die Trennlinie zwischen drinnen und draußen, erkennbar gemacht durch ein Holzgitter mit Vorhang dahinter. Ein Windhauch kündigt das Kommen von Schwester Raffaella an, sichtbar wird sie erst, als sie freundlich und bestimmt Vorhang und Holzgitter zur Seite schiebt. Die Verbindung zwischen beiden Seiten ist ein Tisch, an dem sich Besucher und Nonnen gegenüber sitzen. Eine strenge Grenze für beide Seiten.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Priorin&quot; title=&quot;Das Amt der Priorin bei Wikipedia&quot;&gt;Priorin&lt;/a&gt; des weststeirischen Karmels beschreibt die Bedeutung der Klausur als den Rahmen, der für dieses auf Gott gerichtete Leben notwendig sei: „Sechs Stunden am Tag beten wir ausschließlich.“ Vom Abend bis zum Morgengebet herrscht „großes Stillschweigen.“&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ansonsten „kleines Stillschweigen“: Die Ordensregeln verlangen, möglichst alleine zu arbeiten und Gespräche untereinander auf das Notwendigste zu reduzieren. Egal ob bei der Gartenarbeit, dem Kochen oder Kerzen-Verzieren – immer gilt es, die Gedanken frei zu halten, „um ganz bei ihm zu sein.“&lt;/p&gt;

&lt;h3&gt;Reden mit Stoppuhr&lt;/h3&gt;

&lt;p&gt;Der täglichen Gottesdienst und die Chorgebete in der Klosterkirche sind öffentlich, die Karmelitinnen selbst kommen über einen eigenen Verbindungsgang zur Kirche, bleiben im abgetrennten Bereich der Orgel und empfangen die heilige Kommunion durch ein Gittertor. „Mittendrin und doch gesondert“, sagt die Priorin.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Nur zwei Mal am Tag wird die Stille unterbrochen: Jeweils eine knappe Stunde nach Mittag- und Abendessen – bei Hand- und Bastelarbeiten – tauschen die Schwestern ihre Gedanken untereinander aus. „Diese Zeit brauchen wir unbedingt. Wenn es die nicht gäbe, wäre man versucht, in der übrigen Zeit zu reden“, sagt Schwester Raffaella.&lt;/p&gt;

&lt;h3&gt;Beten als Tor zur Welt&lt;/h3&gt;

&lt;p&gt;Der Medienkonsum ist beschränkt: Eine Tageszeitung, ein Mal täglich Radionachrichten. Zu wissen, was draußen passiert, ist für für den Orden wichtig. Schwester Raffaella sagt: „Wir wollen uns nicht zurückziehen, sondern die Anliegen der Welt im Gebet mittragen.“ Die Priorin schmunzelt und erzählt, wie Besucher diesen Anspruch registrieren: „Von ihnen hören wir immer wieder: ‚Wenn man informiert sein will, was in der Welt los ist, muss man nur eure Fürbitten anhören.´“&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Anlässe zu bitten liefern nicht nur die Nachrichten. Die Schwestern bekommen Anrufe, Briefe und persönliche Besuche mit Gebetsanliegen. Besonders die Bitten von Eltern für ihre Kinder würden zunehmen, und führen den Nonnen immer wieder lebensnahe Schicksale vor Augen.&lt;/p&gt;

&lt;h3&gt;Fernsehen nur zu besonderen Anlässen&lt;/h3&gt;

&lt;p&gt;Einen Fernseher gibt es mittlerweile (früher wurde er für besondere Anlässe ausgeborgt), der „steht aber Jahr und Tag einsam in einem selten benutzten Raum.“ Eingeschaltet wird er nur gezielt: „Als der heilige Vater in Österreich war, das haben wir uns von A bis Z angeschaut. Oder die Seligsprechung von &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Franz_J%C3%A4gerst%C3%A4tter&quot; title=&quot;Franz Jagerstätter bei Wikipedia&quot;&gt;Franz Jägerstätter&lt;/a&gt;“, erzählt Schwester Raffaella. „Aber das hat uns nicht rausgebracht aus unserem Leben, sondern hat es vertieft.“&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Der Blickwinkel und die Intensität, mit der die bewegten Bilder aufgenommen werden, ist anders: So wundern sich die Karmelitinnen etwa, wenn während der Nachrichten noch zusätzlich Musik läuft („Wie die Menschen draußen das nur aushalten“). Das seltene Ansehen eines Films „beeindruckt uns so sehr, dass es uns schwer fällt, danach innerlich abzuschalten“, sagt die Priorin.&lt;/p&gt;

&lt;h3&gt;Das Eisengitter fehlt&lt;/h3&gt;

&lt;p&gt;Der Verzicht auf ständigen Medienkonsum wird nicht als solcher empfunden: „Wenn ich den ganzen Tag fernsehe oder Radio höre, bin ich innerlich nicht mehr frei.“ Wer die zweijährige Eintrittsphase als Novizin durchlebt, muss lernen, dass Gott allein genügt. Muss das Schweigen lernen. Besuche und Anrufe von der Familie sollen reduziert werden. Erst dann ist das möglich, was die Karmeliter als ihre Hauptbedürfnis beschreiben: Im Gebet, in der wachen Gegenwart Gottes für alle Menschen das Heil zu erbitten.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Am Ende des Gesprächs schließt Schwester Raffaella das Holzgitter wieder. „Vor nicht allzu langer Zeit gab es hier noch ein doppeltes Eisengitter, das nicht geöffnet werden konnte“, erzählt sie. Das habe viele Menschen gestört. Als es dann aber weg war, reagierten Besucher überraschend befremdet. Der &lt;a href=&quot;http://www.baernbach.at/&quot; title=&quot;Die Gemeinde Bärnbach online&quot;&gt;Bärnbacher&lt;/a&gt; Bürgermeister, der regelmäßig zu Besuch kommt, sei ratlos davor gestanden: „Hm, jetzt sind Sie wie alle übrigen Menschen.“ Nicht ganz.&lt;/p&gt;

&lt;h3&gt;Info&lt;/h3&gt;

&lt;p&gt;Der Karmeliter-Orden ist im 12. Jahrhundert am Berg Karmel im heutigen Israel entstanden. Es gibt weibliche und männliche Zweige, das Leben in Gebet und Klausur ist neben der Marienverehrung zentrales Element. In Österreich gibt es derzeit elf Karmelitinnen-Klöster, jenes in Bärnbach wurde 1975 vom Karmel Mariazell aus gegründet.&lt;/p&gt;
</description>
 <comments>http://old.blankmagazin.at/geschichten/das_grosse_stillschweigen#comments</comments>
 <category domain="http://old.blankmagazin.at/taxonomy/term/191">erreichbarkeit</category>
 <category domain="http://old.blankmagazin.at/gesellschaft">Gesellschaft</category>
 <category domain="http://old.blankmagazin.at/taxonomy/term/213">handy-verbot</category>
 <category domain="http://old.blankmagazin.at/taxonomy/term/149">mediennutzung</category>
 <category domain="http://old.blankmagazin.at/taxonomy/term/273">religion</category>
 <category domain="http://old.blankmagazin.at/taxonomy/term/73">ruhe</category>
 <category domain="http://old.blankmagazin.at/taxonomy/term/147">stille</category>
 <pubDate>Wed, 25 Jun 2008 14:08:45 +0200</pubDate>
 <dc:creator>Schuss Cornelia</dc:creator>
 <guid isPermaLink="false">48 at http://old.blankmagazin.at</guid>
</item>
<item>
 <title>100 Gramm Freiheit</title>
 <link>http://old.blankmagazin.at/geschichten/100_gramm_freiheit</link>
 <description>&lt;p&gt;„Ja, ich hatte eines. Ich wusste, dass es illegal ist, aber ich habe es bewusst riskiert. Meine Tochter hatte Depressionen, und mit Hilfe des Handys konnte ich ihr gut zureden“, erzählt Franz K. (Name geändert). Der 51-Jährige sitzt seit sieben Jahren wegen Mordes – elf hat er noch vor sich.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Es ist neun Uhr vormittags und die Regenwolken der vergangenen Nacht ziehen über die Stadt hinweg. Der Raum, in dem das Gespräch stattfindet, wirkt wie ein lieblos eingerichtetes Wohnzimmer – einzig die dicken Gitterstäbe vor dem Fenster erinnern daran, dass es sich um ein Gefängnis handelt. „Wenn man es nicht selbst erlebt hat, kann man sich nicht vorstellen, wie es ist, eingesperrt zu sein. Der erlaubte Kontakt zur Außenwelt reicht mir nicht.“&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Franz K. war es gewöhnt, jederzeit erreichbar zu sein. Als Bordell-Besitzer hatte er sogar zwei Handys, eines davon hat er drei Jahre lang kein einziges Mal ausgeschaltet.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Gilt ein tolles Handy „draußen“ auch als Statussymbol, läuft es im Knast anders: „Hier fragt keiner nach der Marke oder wie das Handy aussieht – Hauptsache, es funktioniert.“ Und der Preis für ein Mobiltelefon ist auch deutlich höher als am freien Markt: „Ich habe 150 Euro für einen ‚alten Schinken’ bezahlt, in Zigaretten. Das ist der normale Preis hier drin.“&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ein gutes Geschäft für jene, die die Handys in die &lt;a href=&quot;http://strafvollzug.justiz.gv.at/justizanstalten/justizanstalt.php?id=17&quot; title=&quot;Justizanstalt Karlau&quot;&gt;Karlau&lt;/a&gt; schmuggeln, immerhin finden die Justizwachebeamten 60 bis 70 Mobiltelefone pro Jahr in den Zellen – die Dunkelziffer ist nach Angaben der Anstaltsleitung deutlich höher.&lt;/p&gt;

&lt;h3&gt;Kontakt ohne Kontrolle&lt;/h3&gt;

&lt;p&gt;Dass Handys im Strafvollzug so beliebt sind, wundert Willibald Schmid, Leiter des &lt;a href=&quot;http://www.uni-graz.at/rechtsambulanz/daten_karlau.html&quot; title=&quot;Abteilungen Graz-Karlau&quot;&gt;Psychologischen Dienstes&lt;/a&gt; in der Justizanstalt, nicht: „Das Handy ist das Gegenteil von Gefängnis, es bedeutet für die Insassen ein Stück Freiheit. Mit dem Handy kann der Gefangene seine Kontakte frei wählen und frei kommunizieren. Zwar können sie über Telefonzellen Kontakt mit der Außenwelt aufnehmen, doch dieser Kontakt ist kontrolliert und beobachtet.“&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Teuer sind sie auch, die offiziellen Telefonzellen: &lt;a href=&quot;www.50cent.com&quot; title=&quot;50 Cent&quot;&gt;50 Cent&lt;/a&gt; pro Minute müssen die Häftlinge zahlen, Telefonate ins Ausland kosten noch mehr - das macht das Handy attraktiv.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;„Natürlich kann ich es nachvollziehen. In der Welt draußen ist das Handy ein täglicher Gebrauchsartikel. Und die meisten Insassen rufen damit ihre Frau oder ihre Kinder an, um zu sagen ‚Hallo, wie geht’s dir?’“. Sascha Imgraben ist Abteilungskommandant der &lt;a href=&quot;http://www.uni-graz.at/rechtsambulanz/daten_karlau.html&quot; title=&quot;Abteilungen Graz-Karlau&quot;&gt;Sonderabteilung für geistig und psychisch abnorme Rechtsbrecher&lt;/a&gt;. Er versteht das Bedürfnis der Gefangenen nach Kommunikation – in „seiner“ geschlossenen Abteilung wird er „dafür bezahlt, zuzuhören, wenn es jemandem schlecht geht“.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Dass regelmäßige, unüberwachte Gespräche mit nahestehenden Menschen für die Insassen durchaus positive Effekte haben können, glaubt auch der Psychologe: „In einer Krise kann ein Gespräch mit einem Angehörigen oft mehr Hilfe bieten als ein Professionist.“&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Franz K. kennt die Situation: „Ich hab hier niemanden, mit dem ich sprechen kann. Der Psychologische und der Soziale Dienst sind überlastet. Unter den anderen Insassen habe ich keinen gefunden, mit dem ich wirklich ehrlich reden kann.“ Er bemüht sich um eine gelassene Gestik, doch immer wieder bohren sich seine Fingernägel nervös in seine Haut. „Draußen habe ich nur mehr meine zwei Kinder. Der Kontakt zur Familie, wenn man lange eingesperrt ist, ist so wichtig. Vor kurzem bin ich sogar Großvater geworden!“ Ein Lächeln huscht über sein sonst so ernstes Gesicht, das von tiefen Falten auf der Stirn gezeichnet ist.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;„Die Besuchszeiten gehen immer so schnell vorbei, und dann kommst du zurück in die Tristesse der Einzelhaftzelle.“ Die offenherzigen, blauen Augen beginnen, Mitleid zu erwecken. Es fällt schwer zu akzeptieren, dass man einen Mörder vor sich sitzen hat. Franz K. hat sich für den Termin herausgeputzt, extra ein Hemd angezogen. Höflich und zuvorkommend schließt er das Fenster, als es draußen zu laut wird. Ob er weiß, wie die Handys herein geschmuggelt werden? „Die Frage würde sich hier keiner gefallen lassen. Aber ich habe gehört, dass sie über die Mauer geworfen werden.“&lt;/p&gt;

&lt;h3&gt;Kreative Schmuggel-Methoden&lt;/h3&gt;

&lt;p&gt;Das bestätigt auch Imgraben: „Weil sich unser Gefängnis mitten in der Stadt befindet, kommen viele Dinge über die Mauer. Aber auch beim Besuch oder über Freigänge wird geschmuggelt – also über Schlepper.“ Schlepper schlucken die Handys als ganzes oder in Einzelteilen, oder führen das Schmuggelgut rektal ein. Die Methode erstaunt den erfahrenen Justizwachebeamten nicht: „Wir haben auch schon im After versteckte Rasierschaumdosen gefunden, da haben Handys auch Platz.“&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Zum Teil kommt das Schmuggelgut sogar über Rechtsanwälte und Therapeuten in die Anstalt, wie Bezirksinspektor Thomas Held erzählt: „Ich möchte jetzt zwar niemandem etwas unterstellen, aber es kam schon vor; etwa Übergaben von Lottoscheinen oder Geld.“&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Den Schmuggel völlig zu verhindern, sei trotz Sicherheitskontrollen in der Realität nicht machbar: „Man könnte natürlich viel intensiver visitieren, da müsste sich allerdings jeglicher Besuch für die Insassen komplett entblößen und wir müssten wirklich in allen Körperöffnungen Nachschau halten. Das wäre irrsinnig aufwändig; zum Teil machen wir es schon, aber meistens müssen wir uns darauf verlassen, dass die Kollegen in den Besuchsräumen besonders aufmerksam sind.“&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Sind die Handys erst einmal erfolgreich in die Justizanstalt geschmuggelt worden, haben es die Justizwachebeamten nicht leichter, denn die Insassen sind sehr erfindungsreich: Sie verstecken die Telefone in ausgehöhlten Büchern, Fernsehern, Radioboxen, Dosen mit doppeltem Boden oder ausgehöhltem Brot.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;In jeder Zelle befindet sich außerdem eine Waschgelegenheit für die Insassen. „Die Ablage unter dem Spiegel lässt sich ganz leicht abschrauben, dahinter kann man viel verstecken. Unsere Häftlinge sind auch sehr geschickt darin, Dinge in der Wand zu verstecken“, erklärt Imgraben, während er durch leises Klopfen an die Fliesen demonstriert, wie die Beamten nach Hohlräumen suchen. „Auch der Blumentopf ist natürlich ein Klassiker.“&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Technische Unterstützung bei der Suche nach den illegalen Geräten bekommen die Justizwachebeamten vom so genannten Handyfinder, der Handys bis auf ein paar Meter genau orten kann. Wo genau sich das Handy befindet, kann das Gerät nicht anzeigen – hier beginnt für die Beamten wieder das gute alte Stöbern.&lt;/p&gt;

&lt;h3&gt;„Verbot überdenken“&lt;/h3&gt;

&lt;p&gt;Das Gefahrenpotential des Handys innerhalb des Gefängnisses wird aber ohnehin als eher gering eingeschätzt. „95 Prozent der Insassen missbrauchen ihr Handy nicht“, ist Brigadier
Franz Hochstrasser, Leiter der Justizanstalt, überzeugt. „Die meisten rufen damit wirklich ihre Familie an.“ Das generelle Handyverbot für die Gefangenen hält er nicht mehr für sinnvoll, denn: „Straftaten planen oder organisieren kann der Häftling auch anders, beim Besuch zum Beispiel. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis man sich überlegen muss, ob die Handys im Strafvollzug nicht freigegeben werden sollten.“&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Auch beim im Knast verbotenen Internet macht man sich schon Gedanken für die Zukunft: „Derzeit arbeiten wir an einer Schulungsplattform, die sich Tele-Learning nennt. Sie soll es den Insassen ermöglichen, eingeschränkt im Internet zu surfen.“ Bis die Schulungsplattform voll einsatzfähig ist, wird es noch etwa ein halbes Jahr dauern.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Bei Franz K. geht die Zukunftsplanung in eine andere Richtung. Der illegale Besitz des Handys kostet ihn vielleicht die vorzeitige bedingte Entlassung. Trotzdem ist er zuversichtlich: „Ich freue mich darauf, wenn ich wieder in Freiheit bin und ein Handy habe, mit dem ich Menschen, die mir wichtig sind, einfach anrufen kann, wann ich will. Und ich habe mir vorgenommen, die kleinen Dinge des Lebens intensiver zu genießen; etwa einen Spaziergang, ein gutes Essen, Sonnenstrahlen, schwimmen gehen.“ Das riesige, graue Tor schließt sich. Es ist zwölf Uhr mittags. In der Welt draußen scheint mittlerweile die Sonne, ein SMS am Handy: “Kommst du mit in den Park?”&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Info: In der Justizanstalt Graz-Karlau sitzen Verurteilte mit einem Strafausmaß von über 18 Monaten. Derzeit befinden sich in der Anstalt 538 Insassen, wovon 67 als geistig und psychisch abnorme Rechtsbrecher gelten. Die häufigsten Delikte sind Mord, Suchtmittelmissbrauch und Pädophilie. Das fünf Hektar große Gelände ist umgeben von einer 1000 Meter langen Mauer und wird u.a. von rund 120 Kameras überwacht.&lt;/p&gt;
</description>
 <comments>http://old.blankmagazin.at/geschichten/100_gramm_freiheit#comments</comments>
 <category domain="http://old.blankmagazin.at/taxonomy/term/191">erreichbarkeit</category>
 <category domain="http://old.blankmagazin.at/gesellschaft">Gesellschaft</category>
 <category domain="http://old.blankmagazin.at/taxonomy/term/51">handy</category>
 <category domain="http://old.blankmagazin.at/taxonomy/term/149">mediennutzung</category>
 <category domain="http://old.blankmagazin.at/taxonomy/term/96">mobil</category>
 <category domain="http://old.blankmagazin.at/taxonomy/term/147">stille</category>
 <pubDate>Wed, 25 Jun 2008 13:21:25 +0200</pubDate>
 <dc:creator>Puller Susanne</dc:creator>
 <guid isPermaLink="false">45 at http://old.blankmagazin.at</guid>
</item>
<item>
 <title>&quot;Wort&#039;, i gib da mei Nummer!&quot;</title>
 <link>http://old.blankmagazin.at/geschichten/allein_und_doch_nicht_einsam</link>
 <description>&lt;p&gt;„Wissen‘s, i hob ja niemand mehr zum Reden. Jetzt ruaf i hoit wen aun, dass i plaudern kann.“ Ottilie Harler, 83, lebt nun schon seit einigen Jahren im Heim. Oberschwester Barbara hat mich durch lange Gänge in das etwa zehn Quadratmeter große, karg eingerichtete, aber helle Zimmer in einem Pensionisten- und Pflegeheim in &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Eggenberg_(Graz)&quot; title=&quot;Graz-Eggenberg bei wikipedia&quot;&gt;Graz-Eggenberg&lt;/a&gt; geführt. Ottilie Harler teilt sich den Raum mit einer zweiten Frau, „aber die kaun scho seit sie kommen is nimma reden und is bettlägerig“, erzählt sie. Die 83-Jährige ist auffällig gut gekleidet. Ihre Blicke schweifen zum Besuch, der hinter ihr sitzt - „ein alter Bekannter und guter Freund“.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Damit sie Kontakte zu Familie und Freunden pflegen kann, hat die Tochter ihr vor vier Jahren ein &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Mobiltelefon&quot; title=&quot;Mobiltelefon bei wikipedia&quot;&gt;Mobiltelefon&lt;/a&gt; geschenkt – und sie organisiert auch alles. „Mei Tochter nimmt die ganzen Zettl, also die Handyrechnungen und so, hoit mit nach Haus, des mocht olles sie“, erzählt Ottilie Harler. Und sie selbst, hat sie sich denn am Anfang schwer getan, mit dem Handy? Das Telefonieren falle ihr leicht, erzählt sie. „Owa wann‘s Handy zum Aufloden is, wann i’s versäumt hob, mit der Codenummer &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Pers%C3%B6nliche_Identifikationsnummer&quot; title=&quot;PIN-Code bei wikipedia&quot;&gt;Codenummer&lt;/a&gt;, do komm i net zam. Do muss i drücken, do, des ham‘s ma scho drei Mal oder was Gott wie oft erklärt, do komm i net mit. Jetzt is es noch an. Solang i waß, dass no was do is, dann steck i‘s vorher an und dann geht‘s eh weiter. Owa wenn i des versäum ...“&lt;/p&gt;

&lt;h3&gt;Trost über das Handy&lt;/h3&gt;

&lt;p&gt;Übermäßig viel telefoniere sie nicht, aber wenn es ihr  nicht gut gehe, oder sie Langeweile verspüre, dann greife sie zum Handy. „Die Tochter, den Sohn, a Nichte, und de Schwester, und … net vü mehr!“ Mit diesen vertrauten Personen telefoniere sie schon regelmäßig, auch die Nummern der Enkel habe sie gespeichert. „Und so wie mein Sohn, der is vü auswärts, hauptsächlich in &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Deutschland&quot; title=&quot;Deutschland bei wikipedia&quot;&gt;Deutschland&lt;/a&gt;, in &lt;a href=&quot;http://www.hamburg.de/&quot; title=&quot;Hamburg im Web&quot;&gt;Hamburg&lt;/a&gt; oder &lt;a href=&quot;http://www.berlin.de//&quot; title=&quot;Berlin im Web&quot;&gt;Berlin&lt;/a&gt;, do kann i mit ihm so reden, wie wir do reden. Und des genügt jo“, sagt Frau Harler und entschuldigt sich im selben Atemzug für das Zittern, das sie ab und an unerwartet überkommt - sie hat &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Parkinson-Krankheit&quot; title=&quot;Parkinson-Krankheit bei wikipedia&quot;&gt;Parkinson&lt;/a&gt;. Und dann erzählt sie, dass sie manchmal auch noch übers Handy mit Familienangehörigen und Freunden in &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Italien&quot; title=&quot;Italien bei wikipedia&quot;&gt;Italien&lt;/a&gt;, &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Jugoslawien&quot; title=&quot;Jugoslawien bei wikipedia&quot;&gt;Jugoslawien&lt;/a&gt; und sogar in &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Kanada&quot; title=&quot;Kanada bei wikipedia&quot;&gt;Kanada&lt;/a&gt; spricht. Also telefoniert sie sozusagen mit der ganzen Welt? Dieser Gedanke gefällt Ottilie Harler. Sie lacht laut auf und nickt.&lt;/p&gt;

&lt;h3&gt;“Raffiniert bin i net damit.”&lt;/h3&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/SMS&quot; title=&quot;SMS bei wikipedia&quot;&gt;SMS&lt;/a&gt; schicken oder die anderen Funktionen eines Handys nutzen – das geht Ottilie Harler dann doch zu weit: „Jo, owa so wie jemandem schreiben oder so.“ Schelmisch sieht sie mich an und frohlockt mit hoher Stimme: „I man, raffiniert bin i net damit!“ Aber es reicht, um sich weniger allein und &quot;angebunden&quot; zu fühlen. Obwohl: „Früher hob ma des a net ghobt, des Handy“. Aber damals sei ohnehin alles einfacher gewesen. „Heit kennans net amoi wo hingehen, wenn‘s net vorher aunruafen. Früher is ma afoch kumman und wor durt.“ Ottilie Harler lacht erneut und bedankt sich sogar noch für das Gespräch.&lt;/p&gt;

&lt;h3&gt;Lebensfreude trotz Lebensleid&lt;/h3&gt;

&lt;p&gt;Oberschwester Barbara führt mich zu einem anderen Zimmer. „Griaß di“, ertönt eine etwas schwer verständliche, aber freundliche Stimme, als ich den Raum betrete. „I heiß Ingeborg Gurker, kaunst ruhig Du zu mir sogn“, begrüßt mich eine Dame Mitte 60. Ein Einzelzimmer, im Fernseher vor dem Bett läuft die Familienserie eines deutschen &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Privatfernsehen&quot; title=&quot;Privatfernsehen bei wikipedia&quot;&gt;Privatsenders&lt;/a&gt;. 
An der Wand hängen Bilder von Verwandten, in der Ecke steht ein helles Holzregal mit persönlichen Gegenständen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Überrascht, aber sichtlich erfreut über meinen Besuch, erzählt mir Ingeborg, dass sie behindert ist und von Geburt an nicht allein gehen kann: „I hob ka Gleichgwicht. Des geht nur in Begleitung, owa es hot hoit kana Zeit für mi“, schildert sie ihr Leid. Somit bleibt ihr nur der Fernseher und das Mobiltelefon - als Verbindungen zur Welt draußen. 
Außerdem fällt es Ingeborg Gurker auch schon seit Kindestagen schwer, wenn sie längere Zeit sprechen muss.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Trotzdem oder gerade deswegen telefoniert Ingeborg gerne, ihr Handy hat sie schon seit fünf Jahren. „Jetzt telefonier i hoit billig“, freut sich Ingeborg. „Früher hob i 150 Euro zoit, is jedes Monat sovü gwesen. Guat, und daun hob I hoit mei Mutti bearbeitet und sekkiert, dass sie ma a Handy kauft. Und jetzt zoi i weniger, des höchste worn 70, 80 Euro, eben mit dem Billigtarif.“ Ingeborg schiebt ihre Brille zurecht, nimmt einen kräftigen Schluck aus ihrem Schnabelbecher.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Das viele Sprechen strengt sie an. Trotz ihrer körperlichen Einschränkungen kann sie das Handy leicht bedienen, nur manchmal machen die Hände nicht richtig mit: „Do schoit i des Handy ein, do druck i do und owe wo I hoit hinwü, is gaunz leicht. Es foit ma hoit meistens owe a, des Handy, owa des muast hoit in Kauf nemma. Daun muas i hoit da Schwester läutn, dass ma´s aufhebt. Owa sonst hob i ka Problem damit.“&lt;/p&gt;

&lt;h3&gt;Der Kampf mit der Einsamkeit&lt;/h3&gt;

&lt;p&gt;Ingeborg freut sich über den Besuch, sie leidet unter ihrer Einsamkeit. „Waunst wüst, kaunst mi jo öfters besuchen kommen?“, fragt sie mich sehnsüchtig. „Wenn do wer wär, der mehr Zeit für mi hätt“, klagt sie, den Blick zum Fenster hinaus, „daun wars net so fad den gaunzen Tog.“ Aber sie tröstet sich: „So ruaf i hoit wen au.“ Das Handy ist für Ingeborg die einzige Möglichkeit, soziale Kontakte regelmäßig zu pflegen. „I bin scho froh, dass i des Handy hob.“ Klar, dass wir unsere Nummern austauschen: „Wort, i gib da mei Nummer. Du kaunst ma deine daun eh a glei einspeichern. Ingeborg has i, oiso meine Freind sogen Inge, do wast eh glei, wos los is,“ lacht Inge laut. Und freut sich über einen weiteren Kontakt, den sie über ihr Handy erreichen kann.&lt;/p&gt;
</description>
 <comments>http://old.blankmagazin.at/geschichten/allein_und_doch_nicht_einsam#comments</comments>
 <category domain="http://old.blankmagazin.at/taxonomy/term/97">ältere menschen</category>
 <category domain="http://old.blankmagazin.at/taxonomy/term/60">digital</category>
 <category domain="http://old.blankmagazin.at/taxonomy/term/191">erreichbarkeit</category>
 <category domain="http://old.blankmagazin.at/taxonomy/term/51">handy</category>
 <category domain="http://old.blankmagazin.at/taxonomy/term/149">mediennutzung</category>
 <category domain="http://old.blankmagazin.at/mensch">Mensch</category>
 <category domain="http://old.blankmagazin.at/taxonomy/term/96">mobil</category>
 <category domain="http://old.blankmagazin.at/taxonomy/term/182">mundart</category>
 <pubDate>Tue, 24 Jun 2008 19:32:01 +0200</pubDate>
 <dc:creator>Jürgen Hofer</dc:creator>
 <guid isPermaLink="false">36 at http://old.blankmagazin.at</guid>
</item>
<item>
 <title>Ich liebe dich – analog oder digital</title>
 <link>http://old.blankmagazin.at/geschichten/ich_liebe_dich_analog_oder_digital</link>
 <description>&lt;p&gt;Der Gang zum Briefkasten hat seinen Zauber verloren. Was wir dort vorfinden, erregt heute selten unser Gemüt. Selbst Rechnungen, die unseren Puls merklich steigen lassen könnten, finden ihren Weg zum Empfänger inzwischen öfter über das Internet als über den Postboten. Jene Briefart, die den Aggregatszustand des Herzens zu ändern scheint, die mehr bewundernde Blicke und Berührungen durch schwitzende Hände erfährt als jede andere, ist nicht die Leistungsübersicht der Krankenkasse – sondern der klassische Liebesbrief. Wenn die Liebe in zarten Worten manifestiert auf Briefpapier, in der schönsten Handschrift des Verfassers, wunderbar duftend in unseren Händen landet, dann bekommen selbst holprig formulierte Liebeschwüre den lyrischen Glanz eines Gedichts von Goethe.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Alles das – Herzklopfen, Schwitzen, nervös den Umschlag unansehnlich zurichten – macht den Erhalt eines Liebesbriefs zum großen Ereignis. Dagegen ist das Empfangen eines Liebes-E-Mails weit weniger dramatisch. Wir schauen wesentlich öfter in das Postfach unseres E-Mail-Accounts als in den Briefkasten vor der Haustüre. Und wenn es dann ein E-Mail von mysteriöser Herkunft durch den Spam-Filter geschafft hat und mit seinem amourösen Inhalt darauf wartet, geöffnet zu werden, dann ist es ein Mail unter vielen anderen – und höchst gefährdet. Denn es kann durchaus sein, dass der virusgebeutelte Empfänger die elektronische Liebesbekundung manuell in den Junk-Ordner verfrachtet.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Inhaltlich können digitale Worte der Liebe sicher mit analogen mithalten. Egal, ob mit Stift oder Tastatur - die richtigen Worte zu finden, kann in beiden Fällen zu einer tragischen Schaffenskrise führen. Während sich Briefschreiber aber mit der Schreibblockade quälen, gibt es für Mailverfasser schnelle Hilfe: Das  Internet bietet eben Lösungen für jeden Lebensbereich. Auch für Liebesbriefe gibt es ein Tool: den &lt;a href=&quot;http://2cu.at/liebesbrief/&quot;&gt;Liebesbriefgenerator&lt;/a&gt;. Namen, Geschlecht, Vorzüge des geliebten Wesens, gewünschte Länge und Tonalität des Briefes eingeben, Button anvisieren und Klick. Der Output ist aber fraglich. Denn das ernüchternde Ergebnis sind verstörende Verse, die höchstens einen kranken Stalker als Verfasser vermuten lassen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Wer es professioneller mag, der findet im Internet &lt;a href=&quot;http://www.dein-eigener-liebesbrief.de/&quot;&gt;Liebesbrief-Ghostwriter,&lt;/a&gt; die - natürlich gegen Gebühr - persönliche Worte für Unbekannte schreiben.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Auf alle Fälle aber gilt: Ob die Liebesbekundung als Hieroglyphe auf einem Joghurtbecher oder als pdf-Anhang in einem E-Mail ihren Zweck erfüllt, macht keinen Unterschied. Beide Möglichkeiten können einfach oder kompliziert, erfolgreich oder ein schmerzhafter Reinfall sein. Jemandem mitzuteilen, dass man ihn liebt, ist Herausforderung genug - egal auf welche Weise.&lt;/p&gt;
</description>
 <comments>http://old.blankmagazin.at/geschichten/ich_liebe_dich_analog_oder_digital#comments</comments>
 <category domain="http://old.blankmagazin.at/taxonomy/term/59">analog</category>
 <category domain="http://old.blankmagazin.at/taxonomy/term/61">brief</category>
 <category domain="http://old.blankmagazin.at/taxonomy/term/60">digital</category>
 <category domain="http://old.blankmagazin.at/taxonomy/term/16">liebe</category>
 <category domain="http://old.blankmagazin.at/liebe">Liebe</category>
 <category domain="http://old.blankmagazin.at/taxonomy/term/149">mediennutzung</category>
 <pubDate>Tue, 24 Jun 2008 18:20:12 +0200</pubDate>
 <dc:creator>Hütter Daniela</dc:creator>
 <guid isPermaLink="false">27 at http://old.blankmagazin.at</guid>
</item>
<item>
 <title>Imma erraichbor digital</title>
 <link>http://old.blankmagazin.at/geschichten/imma_erreichbor_digital</link>
 <description>&lt;p&gt;Imma erraichbor digital&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;is muats modern und obnormal.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ob Kirchen, Postbus, im Spitol,&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;laitn tuats hait iwaroll.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Sölbst waonnst am intimsten bist&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;und owilosst dein Haislmist,&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;kaonns ob und zua gaunz leicht passieren,&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;img class=&quot;left&quot; style=&quot;float:left;&quot; src=&quot;http://www.blankmagazin.at/?q=files/imagecache/bildmittel/
Sigi_Gedicht_Lachen.jpg&quot;/&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;dass si die Verwandten riahrn.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die Mitzi Tant, kummt mir fost viar,&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;hot firn Moment as beste Gschpiar.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Akkrat wennst ozupfst as Papiar,&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;die Hosen unten ba die Knia,&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;hinterhöltig und sekkant,&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;ruafts aou die oldi Mitzi Tant.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;img class=&quot;right&quot; style=&quot;float:right;&quot; src =&quot;http://www.blankmagazin.at/?q=files/imagecache/bildklein/Sigi_Gedicht_Lachen.jpg
&quot;/&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Dann hoaßts gschickt sei,&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Gleichgwicht holtn,&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;sunst hauts di um&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;bam Handy scholtn.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ans Schlimmsti wüll i gor&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;net denken,&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;as Handy kunnst dabei ertränken.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;img class=&quot;left&quot; style=&quot;float:left;&quot; src =&quot;http://www.blankmagazin.at/?q=files/imagecache/bildklein/Sigi_Gedicht_Schlafen.jpg&quot;/&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Bam Schnaxln vorigs Mol is gwen,&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;do wullt die Oma mit mir redn.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Sofort bin i dann owakupft&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;und hob as Handy aussa zupft.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Erraichbor muass ma imma sei.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Und mit da Maid is a vorbei.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Koa Schnaxl mehr,&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;img class=&quot;right&quot; style=&quot;float:right;&quot; src =&quot;http://www.blankmagazin.at/?q=files/imagecache/bildklein/Sigi_Gedicht_Sex.jpg&quot;/&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;koa Liebestuscheln,&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;hians kaou i mit meim&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Handy kuscheln.&lt;/p&gt;
</description>
 <comments>http://old.blankmagazin.at/geschichten/imma_erreichbor_digital#comments</comments>
 <category domain="http://old.blankmagazin.at/taxonomy/term/60">digital</category>
 <category domain="http://old.blankmagazin.at/taxonomy/term/191">erreichbarkeit</category>
 <category domain="http://old.blankmagazin.at/taxonomy/term/284">fun</category>
 <category domain="http://old.blankmagazin.at/fun">Fun</category>
 <category domain="http://old.blankmagazin.at/taxonomy/term/183">gedicht</category>
 <category domain="http://old.blankmagazin.at/taxonomy/term/16">liebe</category>
 <category domain="http://old.blankmagazin.at/taxonomy/term/149">mediennutzung</category>
 <category domain="http://old.blankmagazin.at/taxonomy/term/182">mundart</category>
 <pubDate>Tue, 24 Jun 2008 17:28:55 +0200</pubDate>
 <dc:creator>Siegfried Deutsch</dc:creator>
 <guid isPermaLink="false">17 at http://old.blankmagazin.at</guid>
</item>
</channel>
</rss>

