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 <title>stille</title>
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 <description>The taxonomy view with a depth of 0.</description>
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 <title>Das große Stillschweigen</title>
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 <description>&lt;p&gt;Die Anfahrtsskizze liefert hilfreiche Anhaltspunkte: Vorbei an &lt;a href=&quot;http://www.mcdonalds.at/&quot; title=&quot;McDonald&#039;s im Internet&quot;&gt;McDonald‘s&lt;/a&gt;, gegenüber der Diskothek &lt;a href=&quot;http://www.bollwerk.at/&quot; title=&quot;Website der Discothel Bollwerk&quot;&gt;Bollwerk&lt;/a&gt; nach links den Berg hinauf. &lt;!--break--&gt;
Nach einer kurvenreichen, engen Straße und einem abschließenden Fußmarsch ist man oben. Oben – das heißt weit entfernt von Fast Food und Discosound. Oben – wo neun Frauen ein zurückgezogenes Leben hinter Klostermauern führen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Pfortenschwester Josefa empfängt Besucher des Klosters und leitet sie in das Besprechungszimmer. Der Raum bildet die Trennlinie zwischen drinnen und draußen, erkennbar gemacht durch ein Holzgitter mit Vorhang dahinter. Ein Windhauch kündigt das Kommen von Schwester Raffaella an, sichtbar wird sie erst, als sie freundlich und bestimmt Vorhang und Holzgitter zur Seite schiebt. Die Verbindung zwischen beiden Seiten ist ein Tisch, an dem sich Besucher und Nonnen gegenüber sitzen. Eine strenge Grenze für beide Seiten.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Priorin&quot; title=&quot;Das Amt der Priorin bei Wikipedia&quot;&gt;Priorin&lt;/a&gt; des weststeirischen Karmels beschreibt die Bedeutung der Klausur als den Rahmen, der für dieses auf Gott gerichtete Leben notwendig sei: „Sechs Stunden am Tag beten wir ausschließlich.“ Vom Abend bis zum Morgengebet herrscht „großes Stillschweigen.“&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ansonsten „kleines Stillschweigen“: Die Ordensregeln verlangen, möglichst alleine zu arbeiten und Gespräche untereinander auf das Notwendigste zu reduzieren. Egal ob bei der Gartenarbeit, dem Kochen oder Kerzen-Verzieren – immer gilt es, die Gedanken frei zu halten, „um ganz bei ihm zu sein.“&lt;/p&gt;

&lt;h3&gt;Reden mit Stoppuhr&lt;/h3&gt;

&lt;p&gt;Der täglichen Gottesdienst und die Chorgebete in der Klosterkirche sind öffentlich, die Karmelitinnen selbst kommen über einen eigenen Verbindungsgang zur Kirche, bleiben im abgetrennten Bereich der Orgel und empfangen die heilige Kommunion durch ein Gittertor. „Mittendrin und doch gesondert“, sagt die Priorin.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Nur zwei Mal am Tag wird die Stille unterbrochen: Jeweils eine knappe Stunde nach Mittag- und Abendessen – bei Hand- und Bastelarbeiten – tauschen die Schwestern ihre Gedanken untereinander aus. „Diese Zeit brauchen wir unbedingt. Wenn es die nicht gäbe, wäre man versucht, in der übrigen Zeit zu reden“, sagt Schwester Raffaella.&lt;/p&gt;

&lt;h3&gt;Beten als Tor zur Welt&lt;/h3&gt;

&lt;p&gt;Der Medienkonsum ist beschränkt: Eine Tageszeitung, ein Mal täglich Radionachrichten. Zu wissen, was draußen passiert, ist für für den Orden wichtig. Schwester Raffaella sagt: „Wir wollen uns nicht zurückziehen, sondern die Anliegen der Welt im Gebet mittragen.“ Die Priorin schmunzelt und erzählt, wie Besucher diesen Anspruch registrieren: „Von ihnen hören wir immer wieder: ‚Wenn man informiert sein will, was in der Welt los ist, muss man nur eure Fürbitten anhören.´“&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Anlässe zu bitten liefern nicht nur die Nachrichten. Die Schwestern bekommen Anrufe, Briefe und persönliche Besuche mit Gebetsanliegen. Besonders die Bitten von Eltern für ihre Kinder würden zunehmen, und führen den Nonnen immer wieder lebensnahe Schicksale vor Augen.&lt;/p&gt;

&lt;h3&gt;Fernsehen nur zu besonderen Anlässen&lt;/h3&gt;

&lt;p&gt;Einen Fernseher gibt es mittlerweile (früher wurde er für besondere Anlässe ausgeborgt), der „steht aber Jahr und Tag einsam in einem selten benutzten Raum.“ Eingeschaltet wird er nur gezielt: „Als der heilige Vater in Österreich war, das haben wir uns von A bis Z angeschaut. Oder die Seligsprechung von &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Franz_J%C3%A4gerst%C3%A4tter&quot; title=&quot;Franz Jagerstätter bei Wikipedia&quot;&gt;Franz Jägerstätter&lt;/a&gt;“, erzählt Schwester Raffaella. „Aber das hat uns nicht rausgebracht aus unserem Leben, sondern hat es vertieft.“&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Der Blickwinkel und die Intensität, mit der die bewegten Bilder aufgenommen werden, ist anders: So wundern sich die Karmelitinnen etwa, wenn während der Nachrichten noch zusätzlich Musik läuft („Wie die Menschen draußen das nur aushalten“). Das seltene Ansehen eines Films „beeindruckt uns so sehr, dass es uns schwer fällt, danach innerlich abzuschalten“, sagt die Priorin.&lt;/p&gt;

&lt;h3&gt;Das Eisengitter fehlt&lt;/h3&gt;

&lt;p&gt;Der Verzicht auf ständigen Medienkonsum wird nicht als solcher empfunden: „Wenn ich den ganzen Tag fernsehe oder Radio höre, bin ich innerlich nicht mehr frei.“ Wer die zweijährige Eintrittsphase als Novizin durchlebt, muss lernen, dass Gott allein genügt. Muss das Schweigen lernen. Besuche und Anrufe von der Familie sollen reduziert werden. Erst dann ist das möglich, was die Karmeliter als ihre Hauptbedürfnis beschreiben: Im Gebet, in der wachen Gegenwart Gottes für alle Menschen das Heil zu erbitten.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Am Ende des Gesprächs schließt Schwester Raffaella das Holzgitter wieder. „Vor nicht allzu langer Zeit gab es hier noch ein doppeltes Eisengitter, das nicht geöffnet werden konnte“, erzählt sie. Das habe viele Menschen gestört. Als es dann aber weg war, reagierten Besucher überraschend befremdet. Der &lt;a href=&quot;http://www.baernbach.at/&quot; title=&quot;Die Gemeinde Bärnbach online&quot;&gt;Bärnbacher&lt;/a&gt; Bürgermeister, der regelmäßig zu Besuch kommt, sei ratlos davor gestanden: „Hm, jetzt sind Sie wie alle übrigen Menschen.“ Nicht ganz.&lt;/p&gt;

&lt;h3&gt;Info&lt;/h3&gt;

&lt;p&gt;Der Karmeliter-Orden ist im 12. Jahrhundert am Berg Karmel im heutigen Israel entstanden. Es gibt weibliche und männliche Zweige, das Leben in Gebet und Klausur ist neben der Marienverehrung zentrales Element. In Österreich gibt es derzeit elf Karmelitinnen-Klöster, jenes in Bärnbach wurde 1975 vom Karmel Mariazell aus gegründet.&lt;/p&gt;
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 <category domain="http://old.blankmagazin.at/taxonomy/term/191">erreichbarkeit</category>
 <category domain="http://old.blankmagazin.at/gesellschaft">Gesellschaft</category>
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 <pubDate>Wed, 25 Jun 2008 14:08:45 +0200</pubDate>
 <dc:creator>Schuss Cornelia</dc:creator>
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 <title>100 Gramm Freiheit</title>
 <link>http://old.blankmagazin.at/geschichten/100_gramm_freiheit</link>
 <description>&lt;p&gt;„Ja, ich hatte eines. Ich wusste, dass es illegal ist, aber ich habe es bewusst riskiert. Meine Tochter hatte Depressionen, und mit Hilfe des Handys konnte ich ihr gut zureden“, erzählt Franz K. (Name geändert). Der 51-Jährige sitzt seit sieben Jahren wegen Mordes – elf hat er noch vor sich.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Es ist neun Uhr vormittags und die Regenwolken der vergangenen Nacht ziehen über die Stadt hinweg. Der Raum, in dem das Gespräch stattfindet, wirkt wie ein lieblos eingerichtetes Wohnzimmer – einzig die dicken Gitterstäbe vor dem Fenster erinnern daran, dass es sich um ein Gefängnis handelt. „Wenn man es nicht selbst erlebt hat, kann man sich nicht vorstellen, wie es ist, eingesperrt zu sein. Der erlaubte Kontakt zur Außenwelt reicht mir nicht.“&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Franz K. war es gewöhnt, jederzeit erreichbar zu sein. Als Bordell-Besitzer hatte er sogar zwei Handys, eines davon hat er drei Jahre lang kein einziges Mal ausgeschaltet.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Gilt ein tolles Handy „draußen“ auch als Statussymbol, läuft es im Knast anders: „Hier fragt keiner nach der Marke oder wie das Handy aussieht – Hauptsache, es funktioniert.“ Und der Preis für ein Mobiltelefon ist auch deutlich höher als am freien Markt: „Ich habe 150 Euro für einen ‚alten Schinken’ bezahlt, in Zigaretten. Das ist der normale Preis hier drin.“&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ein gutes Geschäft für jene, die die Handys in die &lt;a href=&quot;http://strafvollzug.justiz.gv.at/justizanstalten/justizanstalt.php?id=17&quot; title=&quot;Justizanstalt Karlau&quot;&gt;Karlau&lt;/a&gt; schmuggeln, immerhin finden die Justizwachebeamten 60 bis 70 Mobiltelefone pro Jahr in den Zellen – die Dunkelziffer ist nach Angaben der Anstaltsleitung deutlich höher.&lt;/p&gt;

&lt;h3&gt;Kontakt ohne Kontrolle&lt;/h3&gt;

&lt;p&gt;Dass Handys im Strafvollzug so beliebt sind, wundert Willibald Schmid, Leiter des &lt;a href=&quot;http://www.uni-graz.at/rechtsambulanz/daten_karlau.html&quot; title=&quot;Abteilungen Graz-Karlau&quot;&gt;Psychologischen Dienstes&lt;/a&gt; in der Justizanstalt, nicht: „Das Handy ist das Gegenteil von Gefängnis, es bedeutet für die Insassen ein Stück Freiheit. Mit dem Handy kann der Gefangene seine Kontakte frei wählen und frei kommunizieren. Zwar können sie über Telefonzellen Kontakt mit der Außenwelt aufnehmen, doch dieser Kontakt ist kontrolliert und beobachtet.“&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Teuer sind sie auch, die offiziellen Telefonzellen: &lt;a href=&quot;www.50cent.com&quot; title=&quot;50 Cent&quot;&gt;50 Cent&lt;/a&gt; pro Minute müssen die Häftlinge zahlen, Telefonate ins Ausland kosten noch mehr - das macht das Handy attraktiv.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;„Natürlich kann ich es nachvollziehen. In der Welt draußen ist das Handy ein täglicher Gebrauchsartikel. Und die meisten Insassen rufen damit ihre Frau oder ihre Kinder an, um zu sagen ‚Hallo, wie geht’s dir?’“. Sascha Imgraben ist Abteilungskommandant der &lt;a href=&quot;http://www.uni-graz.at/rechtsambulanz/daten_karlau.html&quot; title=&quot;Abteilungen Graz-Karlau&quot;&gt;Sonderabteilung für geistig und psychisch abnorme Rechtsbrecher&lt;/a&gt;. Er versteht das Bedürfnis der Gefangenen nach Kommunikation – in „seiner“ geschlossenen Abteilung wird er „dafür bezahlt, zuzuhören, wenn es jemandem schlecht geht“.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Dass regelmäßige, unüberwachte Gespräche mit nahestehenden Menschen für die Insassen durchaus positive Effekte haben können, glaubt auch der Psychologe: „In einer Krise kann ein Gespräch mit einem Angehörigen oft mehr Hilfe bieten als ein Professionist.“&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Franz K. kennt die Situation: „Ich hab hier niemanden, mit dem ich sprechen kann. Der Psychologische und der Soziale Dienst sind überlastet. Unter den anderen Insassen habe ich keinen gefunden, mit dem ich wirklich ehrlich reden kann.“ Er bemüht sich um eine gelassene Gestik, doch immer wieder bohren sich seine Fingernägel nervös in seine Haut. „Draußen habe ich nur mehr meine zwei Kinder. Der Kontakt zur Familie, wenn man lange eingesperrt ist, ist so wichtig. Vor kurzem bin ich sogar Großvater geworden!“ Ein Lächeln huscht über sein sonst so ernstes Gesicht, das von tiefen Falten auf der Stirn gezeichnet ist.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;„Die Besuchszeiten gehen immer so schnell vorbei, und dann kommst du zurück in die Tristesse der Einzelhaftzelle.“ Die offenherzigen, blauen Augen beginnen, Mitleid zu erwecken. Es fällt schwer zu akzeptieren, dass man einen Mörder vor sich sitzen hat. Franz K. hat sich für den Termin herausgeputzt, extra ein Hemd angezogen. Höflich und zuvorkommend schließt er das Fenster, als es draußen zu laut wird. Ob er weiß, wie die Handys herein geschmuggelt werden? „Die Frage würde sich hier keiner gefallen lassen. Aber ich habe gehört, dass sie über die Mauer geworfen werden.“&lt;/p&gt;

&lt;h3&gt;Kreative Schmuggel-Methoden&lt;/h3&gt;

&lt;p&gt;Das bestätigt auch Imgraben: „Weil sich unser Gefängnis mitten in der Stadt befindet, kommen viele Dinge über die Mauer. Aber auch beim Besuch oder über Freigänge wird geschmuggelt – also über Schlepper.“ Schlepper schlucken die Handys als ganzes oder in Einzelteilen, oder führen das Schmuggelgut rektal ein. Die Methode erstaunt den erfahrenen Justizwachebeamten nicht: „Wir haben auch schon im After versteckte Rasierschaumdosen gefunden, da haben Handys auch Platz.“&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Zum Teil kommt das Schmuggelgut sogar über Rechtsanwälte und Therapeuten in die Anstalt, wie Bezirksinspektor Thomas Held erzählt: „Ich möchte jetzt zwar niemandem etwas unterstellen, aber es kam schon vor; etwa Übergaben von Lottoscheinen oder Geld.“&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Den Schmuggel völlig zu verhindern, sei trotz Sicherheitskontrollen in der Realität nicht machbar: „Man könnte natürlich viel intensiver visitieren, da müsste sich allerdings jeglicher Besuch für die Insassen komplett entblößen und wir müssten wirklich in allen Körperöffnungen Nachschau halten. Das wäre irrsinnig aufwändig; zum Teil machen wir es schon, aber meistens müssen wir uns darauf verlassen, dass die Kollegen in den Besuchsräumen besonders aufmerksam sind.“&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Sind die Handys erst einmal erfolgreich in die Justizanstalt geschmuggelt worden, haben es die Justizwachebeamten nicht leichter, denn die Insassen sind sehr erfindungsreich: Sie verstecken die Telefone in ausgehöhlten Büchern, Fernsehern, Radioboxen, Dosen mit doppeltem Boden oder ausgehöhltem Brot.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;In jeder Zelle befindet sich außerdem eine Waschgelegenheit für die Insassen. „Die Ablage unter dem Spiegel lässt sich ganz leicht abschrauben, dahinter kann man viel verstecken. Unsere Häftlinge sind auch sehr geschickt darin, Dinge in der Wand zu verstecken“, erklärt Imgraben, während er durch leises Klopfen an die Fliesen demonstriert, wie die Beamten nach Hohlräumen suchen. „Auch der Blumentopf ist natürlich ein Klassiker.“&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Technische Unterstützung bei der Suche nach den illegalen Geräten bekommen die Justizwachebeamten vom so genannten Handyfinder, der Handys bis auf ein paar Meter genau orten kann. Wo genau sich das Handy befindet, kann das Gerät nicht anzeigen – hier beginnt für die Beamten wieder das gute alte Stöbern.&lt;/p&gt;

&lt;h3&gt;„Verbot überdenken“&lt;/h3&gt;

&lt;p&gt;Das Gefahrenpotential des Handys innerhalb des Gefängnisses wird aber ohnehin als eher gering eingeschätzt. „95 Prozent der Insassen missbrauchen ihr Handy nicht“, ist Brigadier
Franz Hochstrasser, Leiter der Justizanstalt, überzeugt. „Die meisten rufen damit wirklich ihre Familie an.“ Das generelle Handyverbot für die Gefangenen hält er nicht mehr für sinnvoll, denn: „Straftaten planen oder organisieren kann der Häftling auch anders, beim Besuch zum Beispiel. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis man sich überlegen muss, ob die Handys im Strafvollzug nicht freigegeben werden sollten.“&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Auch beim im Knast verbotenen Internet macht man sich schon Gedanken für die Zukunft: „Derzeit arbeiten wir an einer Schulungsplattform, die sich Tele-Learning nennt. Sie soll es den Insassen ermöglichen, eingeschränkt im Internet zu surfen.“ Bis die Schulungsplattform voll einsatzfähig ist, wird es noch etwa ein halbes Jahr dauern.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Bei Franz K. geht die Zukunftsplanung in eine andere Richtung. Der illegale Besitz des Handys kostet ihn vielleicht die vorzeitige bedingte Entlassung. Trotzdem ist er zuversichtlich: „Ich freue mich darauf, wenn ich wieder in Freiheit bin und ein Handy habe, mit dem ich Menschen, die mir wichtig sind, einfach anrufen kann, wann ich will. Und ich habe mir vorgenommen, die kleinen Dinge des Lebens intensiver zu genießen; etwa einen Spaziergang, ein gutes Essen, Sonnenstrahlen, schwimmen gehen.“ Das riesige, graue Tor schließt sich. Es ist zwölf Uhr mittags. In der Welt draußen scheint mittlerweile die Sonne, ein SMS am Handy: “Kommst du mit in den Park?”&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Info: In der Justizanstalt Graz-Karlau sitzen Verurteilte mit einem Strafausmaß von über 18 Monaten. Derzeit befinden sich in der Anstalt 538 Insassen, wovon 67 als geistig und psychisch abnorme Rechtsbrecher gelten. Die häufigsten Delikte sind Mord, Suchtmittelmissbrauch und Pädophilie. Das fünf Hektar große Gelände ist umgeben von einer 1000 Meter langen Mauer und wird u.a. von rund 120 Kameras überwacht.&lt;/p&gt;
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 <pubDate>Wed, 25 Jun 2008 13:21:25 +0200</pubDate>
 <dc:creator>Puller Susanne</dc:creator>
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