Großes Kino im Kleinformat
Popcorn, ein halber Liter Cola und eine Packung M&Ms – und schon ist man fit für einen entspannten Kinoabend in der U-Bahn, im Stadtpark oder am Balkon. Alles was man dafür tun muss: Das Handy einschalten. Blockbuster im Handyformat sind dieser Tage keine Seltenheit mehr, ganze abendfüllende 90-Minuten-Filme werden in ein handyfähiges Format gepackt und zum Download im Internet angeboten. Die neue Generation von Mobiltelefonen macht’s möglich: Durch verhältnismäßig hochauflösende Kameras und Displays mit HD-Technologie eröffnen sich neue Perspektiven für die Filmbranche, aber auch für ambitionierte Jung-Regisseusen und -Regisseure.
Geld verdienen mit Handyfilmen
Denn wer statt faul auf seinem Hintern zu sitzen auch mal selbst am Regiestuhl Platz nehmen möchte, kann auch den umgekehrten Weg gehen und die Handy-Cam sprichwörtlich in die eigene Hand nehmen. Ein zusätzlicher Ansporn: Seit Kurzem lässt sich mit selbstgedrehten Filmen im Handyformat auch gutes Geld verdienen. In Berlin beispielsweise prämierte eine Fachjury beim Mobile Film Festival den besten Handstreifen Deutschlands. Und auch in Österreich entdeckte man den Handyfilm als Kunstform und rief den österreichischen Handyfilmpreis ins Leben.
Karam Al-Ghossein gewinnt Handyfilmpreis
Der erste Preisträger heißt Karam Al-Ghossein, dessen Film unter dem Titel „Requiem Remade“ als bester österreichischer Handyfilm ausgezeichnet wurde. Einzusehen ist der Film unter www.handyfilmpreis.at und natürlich bei YouTube. Die Realisierung des “Projektes Handyfilm” bewerkstelligte der Absolvent des SAE Institute in Byron Bay (Australien) mit relativ einfachen Mitteln: „Ich hatte nur ein handelsübliches Handy mit VGA-Cam, ein iBook G4, das Schnittprogramm Final Cut Pro und eine Schreibtischlampe“, berichtet Karam lächelnd. Nicht viel, wenn man bedenkt, wie hoch die Qualität der Bilder ist.
Filmmaterial vorsichtig behandeln!
Bis der Film jedoch seine endgültige Form erhielt, war es ein weiter Weg – denn immerhin sollte man trotz aller Technik einige Dinge beachten, damit das Endprodukt stimmig ist. „Man muss das Filmmaterial vorsichtig behandeln, weil durch jeden Konvertierungsvorgang die Qualität leidet“, erzählt der Preisträger aus Ansfelden. Eine sehr ruhige Hand sei vorteilhaft, da die Bilder schnell verwackeln, und auch eine ausreichend große Speicherkarte im Handy ist von Nöten. Außerdem sollte man Tageslicht eher meiden, denn „das verträgt sich mit der VGA-Kamera nicht. Besser ist künstliches Licht“.
Die Tipps vom Profi
Klingt zwar schwierig, ist es aber nicht – wenn man die Tipps vom Profi befolgt. „Wichtig ist ein gutes Storyboard“, meint Karam, „damit die Schnitte zwischen den Szenen zusammenpassen“. Außerdem solle man sich nicht abschrecken lassen, immerhin funktioniert all das beim „großen“ Film nach demselben Prinzip. Und: „Schlechter als bei ‚Gute Zeiten, Schlechte Zeiten‘ kann es ohnehin kaum werden“, sagt Karam und lächelt verschmitzt.
Erster blank-Handyfilm
Aber da alle Theorie ja bekanntlich grau ist, geht nichts über einen Selbstversuch mit einfachsten Mitteln. Man nehme also ein zwei Jahre altes Nokia 6280, den Windows Movie Maker, ein im Internet frei erhältliches Programm zum Konvertieren von Videodateien und voilà: Fertig ist der erste, knapp zweiminütige Gehversuch im Genre „Handyfilm“ aus dem Hause blank. Also Popcorn, Cola und M&M’s bereit stellen und „The Low End Article“ ansehen.


Neues vom Jungregisseur....
http://www.youtube.com/watch?v=NftuPgMZi50
Musik Video "no budget" aber mit nem tollen Artist. Def Ill - Süchtig
lg
Karam