Auf dem Kriegspfad

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Für einige ist es bereits so etwas wie ein Freizeitsport geworden: Als Wardriver fährt man mit seiner Ausrüstung durch die Gegend und sucht nach drahtlosen Netzwerken, in die man sich einfach einklinkt.

Für manche Netzinhaber wird das zum teuren Ärgernis – denn selbst mit Verschlüsselungen kann man sich nur bedingt schützen. „Wenn es ein ganz bestimmtes Netzwerk sein soll, knacke ich es in vier bis fünf Stunden“, teilt uns ein Wardriver mit. Dann bittet er, seinen Namen nicht zu nennen – denn die rechtliche Situation ist ungeklärt.

Wardriver brauchen Zeit

Der Begriff Wardriving bezieht sich auf das systematische Suchen nach Netzwerken mit einem fahrbaren Untersatz. Je nach Fortbewegungsmittel unterscheidet man zwischen Warboating, -biking und -flying. Allen Varianten ist gemeinsam, dass man eine entsprechende Ausrüstung braucht, um die Netze aufzustöbern.

Klassischerweise geht man mit einem Laptop und einem Auto auf die Pirsch. Wer sich hingegen auch sportlich betätigen möchte und zu Fuß oder auf dem Rad unterwegs ist, greift aus Gewichtsgründen eher zu einem PDA (Personal Digital Assistant). Schon eine selbstgebastelte Antenne reicht, um Reichweite und Signal zu verbessern.

Alle WLAN-fähigen Geräte haben Programme, die verfügbare Drahtlosnetzwerke anzeigen. Auf diese kann man sich beim Wardriving zwar ebenfalls verlassen, noch besser geeignet ist aber speziell für diesen Zweck geschaffene Software. Als User wählt man aus einer breiten Palette von Diensten, die im Internet gratis zum Download bereit stehen. Der bekannteste unter ihnen ist der Netstumbler.

Kapitalintensiv ist Wardriving also nicht – eines braucht man allerdings schon: Zeit. Denn bis man einmal das Signal eines geeigneten Netzwerkes aufgestöbert hat, kann es dauern.

Netstumbler hat zwei Möglichkeiten, den Wardriver auf solch ein Signal aufmerksam zu machen: entweder optisch, indem alle erreichbaren Signale mittels Farbskala der Signalstärke entsprechend abgestuft werden, oder in akustischer Form. Je höher der Ton, desto stärker das Signal des Netzes.

In Gebieten mit spärlichen (und noch dazu schwachen) Signalen gibt der Lautsprecher nur lang gezogene, tiefe Seufzer von sich. In großen Siedlungen mit entsprechend gut ausgebauter Infrastruktur hingegen klingt es, als ob ein Konzert angestimmt wird: fremdartige Klanggemälde, die stark an Zwölf-Ton-Musik erinnern und von denen Wardriver magisch angezogen werden.

Sicherheitslücken aufspüren

Ist ein entsprechendes Netzwerk gefunden, stehen dem Wardriver die unterschiedlichsten Möglichkeiten offen. Manche Wardriver begnügen sich damit, Netzwerke zu finden und auf einer Karte einzutragen. So werden ganze Länder digitalisiert.

Andere gehen ihrem Handwerk nach, um auf Sicherheitslücken aufmerksam zu machen. Damit warnen sie vor jenen, die Wardriving aus anderen Gründen betreiben: um den Datenverkehr im Netz zu beeinflussen oder um sich ganz einfach Zugang zum Netz zu verschaffen.

Ist man erst einmal ins Netz eingedrungen, kann man auch allen möglichen Schaden anrichten. Zwar sind elektronische Bankkonten durch entsprechende Zahlenkombinationen gesichert. Dass ein Eindringling aber auf Kosten des Netzinhabers eine Runde bei Amazon shoppen geht, kann nicht völlig ausgeschlossen werden.

Um Missbrauch zu entdecken, hilft es, auch im Ruhezustand ein Auge auf seinen Router zu werfen: Ist er aktiv, wenn der eigene Computer ausgeschaltet ist, könnte ein Wardriver sein Unwesen treiben.

Öffentliches Netz für alle?

Die Technologie, der all das zugrunde liegt, heißt WLAN (Wireless Local Area Network). Sie erlaubt es Usern seit einigen Jahren, ohne Kabelverbindung Daten mit dem Internet oder anderen Computern auszutauschen – ideal für Firmen und Privatpersonen, die mobil auf ihr eigenes Netz zugreifen.

Neben privaten Netzen stehen vielerorts so genannte Hotspots zur Verfügung, also Orte, an denen man gegen Gebühren aufs Netz zugreifen kann. Viele Städte richten aber schon Hotspots mit gratis Internetzugang ein.

Vorbildlich in dieser Hinsicht ist in Österreich die Stadt Linz: Sie verfügt schon über rund 120 Hotspots, die über die gesamte Stadtfläche verteilt sind. Auch in Graz wird an der Errichtung eines WLAN-Netzes gearbeitet, das sich flächendeckend über die Stadt erstrecken soll. WLAN liegt also im Trend – und für Wardriver gibt es immer etwas zu tun.

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